"Gen tai pa tong" Stehen wie ein Pinienbaum
INHALTSVERZEICHNIS VORWORT…………………………………………………………………………3 EINLEITUNG………………………………………………………………………...5
Die Füße……………………………………………………………………………..7
SCHLUSSFOLGERUNG…………………………………………………………......17 FUSSNOTEN UND LITERATURHINWEISE………………………………………...18
VORWORT Meine ersten Vorstellungen von den Begriffen Qi-Gong und Taiji waren sehr difus. Ich konnte mir darunter so gut wie nichts vorstellen. Ich habe mich allerdings davon stark angezogen gefühlt. (...) Zu meinem großen Glück bin ich meinem Lehrer Tomasz Nowakowski begegnet, der von der ersten Stunde das Gen tai pa tong – das Stehen wie ein Baum – die natür-liche Position in den Mittelpunkt seiner Arbeit mit uns gestellt hat. Es verging keine Stunde, in der er uns nicht darauf hinwies, unsere Haltung zu korrigieren, hineinzu-spüren und Millimeter für Millimeter der Entspannung näher zu kommen. Je länger wir damit arbeiteten, umso mehr wurden uns unsere Blockaden bewusst und nun wird es eine Arbeit ohne Ende. EINLEITUNG GEN TAI PA TONG (...) Gen tai pa tong ist eine Wu-Chi Position und die Idee davon ist die Erreichung des Gleichgewichts der fünf Elemente im Körper. Schon im Gelben Kaiser wird einem richtigen Arzt oder Energiepraktiker empfohlen, jeden Morgen 7 Atemzüge in der Wu-Chi-Position zu stehen, damit wird die Qi-Entwicklung und das 5-Elemente-Gleichgewicht gefördert. (...) HAUPTTEIL Alle Qi-Gong und Taiji – Richtungen, auch wenn sie noch so unterschiedlich sind, haben eine Übung gemeinsam: die natürliche Position
Die natürliche Position ist die Körperhaltung, in der Entspannung der Gelenke, Muskeln und Sehnen, die gleichmäßige Atmung und ein gelassenes und achtsames Loslassen möglich wird. Es ist die erste und wichtigste Übung in der Qi-Gong Praxis und sollte von Anfängern wie von Fortgeschrittenen als das „Alpha und Omega“ ihrer Arbeit betrachtet werden.
Sie hat auf keinen Fall etwas zu tun mit der herkömmlichen Ansicht einer geraden, strammen Haltung wie wir sie im Westen kennen, sondern vielmehr mit äußerem Gelockertsein und innerer Konzentriertheit.
Die Füße: Die Füße sind der biologische Teil unserer Wurzeln, sie haben gleichzeitig eine direkte Verbindung zu allen inneren Organen. Wir haben in unserer Sprache Redewendungen, die aussagekräftig sind, z.B. sagen wir „einer steht mit beiden Beinen auf dem Boden“ und meinen damit jemanden, der weiss, was er will und sich nicht in Luftschlössern verirrt. Auch das Wort „standfest“ sagt das gleiche aus. Wir denken dabei an Bäume und feste Wurzeln. Genau diese Vorstellung soll uns auch bei der natürlichen Position helfen. (...) Das Brustbein Die Schultern: Wahrscheinlich nehmen wir uns alle viel zu wichtig und meinen, wir müssten alles managen. (...) Der Kopf: Sehen heißt nicht nur physiologisch sehen. Wir können aktiv schauen und damit unsere Leber aktivieren und alle Yang-Prozesse in uns. Das Schauen in Richtung Erde verbessert unsere Geistkonzentration und intuitives Sehen, das Schauen nach oben unsere Aufmerksamkeit und das Geradeaus-Schauen unser Gleichgewicht. (...)
Die Hauptaufgabe in jeder Qi-Gong - Übung und so auch beim Stehen in der natürlichen Position ist das Sich-Bewusst-Sammeln. Es gibt viele Möglichkeiten sich zu sammeln. Grundsätzlich unterscheidet man: Außerhalb des Körpers: Man stellt sich in Gedanken einen bestimmten Gegenstand (eine schöne Landschaft, angenehme Stimmungen, Farben oder duftende Blumen) vor oder erinnert sich an positive wohltuende Ereignisse. Innerhalb des Körpers: Man beobachtet dabei aufmerksam eine bestimmte Aktivität (z. B. die Atmung) oder eine oder mehrere Körperstellen (z. B. das Dan-Tian, die Lebenstore – Punkte) (...) Bei einem unruhigen Gemütszustand oder in der Anfängerpraxis wird es leichter fallen, sich außerhalb des Körpers zu konzentrieren. Wichtig dabei ist, ruhig zu bleiben, sich von den Vorstellungen nicht all zu sehr einnehmen zu lassen. (...)
Atmung ist ein wichtiger Qi-Prozess, der das seelische Gleichgewicht, das Gleichgewicht in den Organen, Muskeln, Sehnen und Gelenken fördert. Atmung trägt auch zur Verbesserung der Blutqualität und Körperhaltung bei. Die Beobachtung der Atmung spielt eine große Rolle im Qi-Gong. Wir machen dabei immer neue Erfahrungen. Es lässt sich vergleichen mit einer lebenslangen Entdeckungsreise. In uns läuft ein ständiger innerer Dialog, der sich zusammensetzt aus Bildern, Sätzen etc. Dieser Dialog braucht sehr viel Energie. Emotionen brauchen einen Großteil von unserem Qi. (...) Ein sehr bedeutender Teil der Arbeit mit dem Atem ist die Öffnung des mikrokos-mischen Kreislaufs – des Xiao-Zhou-Tian. (...) SCHLUSSFOLGERUNG Das ganze Wissen in der Traditionellen Chinesischen Medizin und alle Praktiken zur Verlängerung des Lebens, so auch jede Qi-Gong Arbeit geht auf die Beobachtung der Natur zurück. Betrachtet man die Natur als Führer und als Freund, so wird das Leben mühelos, ruhig, gelassen und voll Freude sein, wie wir es bei Zhunangzi beschrieben finden. (...) copy right by Roswitha Pospisil
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